Rettungsassistenzsystem für Katastropheneinsätze




Berichterstattung

Artikel auf einsatz-netz.de

Quelle: http://www.einsatz-netz.de/fachwissen/fachartikel/technik/ein-neues-rettungsassistenzsystem-verschafft-durchblick-bei-katastrophen/view
Datum: 31.03.2009

Massenanfall von Verletzten - Ein neues Rettungsassistenzsystem verschafft Durchblick bei Katastrophen

Bei einem Massenanfall von Verletzten (MANV) stellt die regelmäßige Kontrolle des aktuellen Zustandes der Opfer eine große Herausforderung dar. Sehr schnell können scheinbar stabile Verletzte in eine lebensbedrohliche Situation geraten. Notärzte und Einsatzkräfte der Feuerwehren und Rettungsdienste könnten bei der Überwachung der Opfer in Zukunft von einem neuartigen Rettungsassistenzsystem Gebrauch machen, das die TU Clausthal auf der CeBIT 2009 vorgestellt hat.

Was nach dem Sichtungsdurchgang passieren kann

Der Zusammenstoß zahlreicher Fahrzeuge auf der Autobahn, ein entgleister Personenzug oder eine Explosion in der Chemiefabrik sind nur einige Beispiele von Großschadenslagen, die zu einem Massenanfall von Verletzten (MANV) führen können.
Um die Schwere der Verletzungen der einzelnen Opfer feststellen zu können, finden Sichtungsdurchgänge durch Notärzte statt. Die Verletzten werden entsprechend der Einteilung in bestimmte Klassen durch die Notärzte und Einsatzkräfte versorgt. Doch selbst kurze Zeit nach der Ersteinteilung kann sich der Zustand eines Verletzten so drastisch verändern, dass sie oder er sofort Hilfe braucht, obwohl es anfangs so aussah, als ob die weitere Versorgung noch etwas Zeit hätte.

Nicht den Überblick verlieren

Nicht nur das Leid der Opfer macht es schwierig, einen klaren Kopf zu bewahren, den Sie als Einsatzkraft dringend brauchen. Alleine schon die hohe Zahl an Verletzten macht es sehr kompliziert, den Überblick zu behalten. Wie gut wäre es, wenn bei jedem Verletzten jemand bleiben könnte, um ihn zu überwachen.
Doch das ist für die Rettungskräfte bei einem MANV kaum möglich. Ein großer Vorteil wäre es aber, wenn die Vitalparameter der Opfer laufend erfasst und direkt an die Einsatzleitung per Funk übertragen werden könnten. Ebenso wäre es für die Einsatzleitung bei einem MANV wichtig zu wissen, wo sich die Einsatzkräfte und Notärzte jeweils genau aufhalten.

Sprechfunk wird ergänzt

Auf der CeBIT 2009 präsentierte die TU Clausthal den Prototypen eines neuartigen Rettungsassistenzsystems, das die Koordination der Einsatzkräfte und die Überwachung der Verletzten wesentlich vereinfachen könnte. Ergänzend zu dem Sprechfunk kann über das Assistenzsystem ein weiterer Informationsfluss sichergestellt werden.
So bietet das Rettungsassistenzsystem wichtige Informationen über die Anzahl, Lage und Triage-Klasse aller bisher gefundenen Verletzten bei einem Katastrophenfall. Die Einsatzleitung kann dadurch die Einsatzkräfte besser koordinieren, kennt den aktuellen Bedarf an Rettungsmitteln und kann den Abtransport schneller organisieren.

Sensoren wachen über Vitalparameter

Das neue Rettungsassistenzsystem besteht aus mehreren Komponenten, für die Einsatzleitung, für die Einsatzkräfte und für die Verletzten. Für die einzelnen Verletzten gibt es nicht nur eine spezielle Einheit, die die Daten wie Alter, Geschlecht, Triage-Klasse und Position der jeweiligen Person speichert und per Funk weitermelden kann, sondern bestimmte Sensoren wachen auch über die Vitalparameter wie Puls, Sauerstoffsättigung und Blutdruck und melden dies an die Notarzteinheiten des Rettungssystems und die Einsatzleitung.

Mini-PCs für die Notärzte

Um den Zustand der zahlreichen Verletzten besser kontrollieren zu können, stehen den Notärzten Mini-PCs mit Touchscreen zur Verfügung, mit denen sie die Daten der Verletzten automatisch erhalten und einsehen können.
Die Einsatzleitung kann zudem den Notärzten Hinweise zu Sammelplätzen, Details zu den Verletzten und weitere Informationen auf den Mini-PC übertragen, so dass diese einen möglichst umfassenden Informationsstand für die weitere Patientenversorgung haben.

Unterstützung für die Einsatzleitung

Zusätzlich zum Sprechfunk steht der Einsatzleitung über das Rettungsassistenzsystem eine Vielzahl an aufbereiteten Informationen zur Verfügung. So kann die Einsatzleitung die Position der Einsatzkräfte auf einem Display sehen, ohne mit jedem Kontakt aufnehmen zu müssen, um nachzufragen, oder auf die nächste Meldung zu warten. Dazu können die Einsatzkräfte zum Beispiel einen GPS-Sensor an ihren Helmen tragen.
Die Vitaldaten der Verletzten werden ebenso auf dem Display der Einsatzleitung angezeigt und können als Entscheidungshilfe zur weiteren Planung des Einsatzes genutzt werden. Die Bedienung der Einheit für die Einsatzleitung erfolgt über einen Touchscreen, dies ist auch mit Handschuhen möglich.
Das Projekt der TU Clausthal mit Unterstützung von Siemens, Sun Microsystems und Sinosys und dem fachlichen Know-how der Rettungsschule Niedersachsen könnte in Zukunft die kritische Überwachung der Verletzten und die Koordination des Einsatzes bei MANV wesentlich optimieren.


Autor:
einsatz-netz.de
Oliver Schonschek, Diplom-Physiker und Fachjournalist

Pressemitteilung der TU Clausthal zum Auftritt auf der CeBIT

Quelle: http://www.tu-clausthal.de/presse/nachrichten/details.php?id=735
Datum: 26.02.2009


(...)

Projekt Rettungsassistenzsystem kann Leben retten

Ein Gewinn im Katastrophenfall soll das zweite Projekt sein, das Clausthaler Informatiker auf der CeBIT präsentieren. Kommt es beispielsweise bei einem Terroranschlag, Zugunglück oder Chemieunfall zu vielen Verletzten, ist es schwierig, die Rettungskräfte zu koordinieren. Hier hilft das Rettungsassistenzsystem, das am Lehrstuhl von Professor Andreas Rausch (Software Systems Engineering) entwickelt worden ist. Dabei werden zunächst von allen Unfallbeteiligten mit einer Sensoreneinheit Daten wie Puls, Blutdruck, Blutsauerstoffgehalt, aber auch Altersklasse und Schwere der Verletzung erfasst und ständig überwacht. Diese Informationen werden elektronisch an die Einsatzleitung übermittelt. Die Leitung wiederum steht in permanentem Kontakt mit Notärzten, Sanitätern sowie Feuerwehrleuten und kann so deren lebensrettenden Einsatz besser planen.

Um die verschiedenen informationstechnischen Komponenten beim Rettungsassistenzsystem zusammenzuführen, ist auf die DAiSI-Middleware zurückgegriffen worden, die an der TU Clausthal entwickelt wurde. Der Nutzen einer computergestützten Rettungsaktion liegt auf der Hand. „Unser System“, erläutert Projektleiter Mirco Schindler, „ermöglicht den reibungslosen Informationsfluss und dient als Ergänzung zum Sprechfunk. Die Einsatzleiter haben präzisere Angaben über Anzahl, Lage und Verletzungsgrad der Opfer, so dass Rettungseinheiten und -geräte zielgerichteter eingesetzt werden können.“ Partner des Projektes ist unter anderem das Deutsche Rote Kreuz.

Autor:
TU Clausthal
Pressesprecher
Christian Ernst
Telefon: 05323 – 72 3904
christian.ernst@tu-clausthal.de


Meldung der Agentur pressetext

Quelle: pressetext.deutschland
Datum: 27.02.2009/06:00

Rettungsassistenzsystem verbessert Einsatzplanung

Entwicklung verspricht gebündelte Informationen im Katastrophenfall

Das Rettungsassistenzsystem soll bei Katastrophen mit vielen Verletzen von Chemieunfällen über Zugunglücke bis hin zu Terroranschlägen die schwierige Koordination der Rettungskräfte erleichtern. Vitaldaten wie Puls, Blutdruck und Blutsauerstoffgehalt werden mithilfe einer nicht-invasiven Sensoreinheit erfasst. Eine Verletzteneinheit speichert außerdem personenbezogene Daten wie Alter und Geschlecht, aber auch Triage-Klasse und Position. Alle anfallenden Daten werden an die Einsatzleitung übertragen, die sich mithilfe einer grafischen Benutzeroberfläche auf einem Touchscreen ein klares Bild der Lage machen kann. "Die Einsatzleiter haben präzisere Angaben über Anzahl, Lage und Verletzungsgrad der Opfer, sodass Rettungseinheiten und -geräte zielgerichteter eingesetzt werden können", erklärt Schindler den eventuell lebensrettenden Vorteil des System. Die Notärzte vor Ort bekommen über portable Mini-PCs Anweisungen und Informationen der Einsatzleitung und können bei Bedarf Daten von Verletzten abrufen oder erfassen.

Dem Prototypen des Rettungsassistenzsystems liegt die an der TU Clausthal entwickelte DAiSI-Middleware zugrunde. Technologieunternehmen, die das Projekt unterstützt haben, umfassen Siemens, Sun Microsystems sowie die Clausthaler Sinosys http://www.sinosys.de. Projektpartner im Bereich Rettungswesen ist das Deutsche Rote Kreuz. Erstmals der Öffentlichkeit präsentiert wird die Entwicklung kommende Woche im Rahmen der CeBIT, auf dem dortigen Niedersachsenstand. Das Rettungsassistenzsystem wird dort nicht als einziges Projekt Clausthaler Informatiker vertreten sein. Ebenfalls gezeigt wird dort mit der "Product Collaboration Platform" ein System, das zur Unterstützung einer effizienten industriellen Produktentwicklung in weltweiter Zusammenarbeit dient. (Ende)

Aussender: pressetext.deutschland
Redakteur: Thomas Pichler
email: pichler@pressetext.com
Tel. +43-1-81140-303


Meldung von "Informationsdienst Wissenschaft"

Quelle: http://idw-online.de/pages/de/news302721
Datum: 26.02.2009

Clausthaler Informatiker stellen Rettungsassistenzsystem vor

Clausthal-Zellerfeld. Informatiker der TU Clausthal haben für den Katastrophenfall ein Rettungsassistenzsystem entwickelt, das sie vom 3. bis 8. März auf der Computermesse CeBIT in Hannover vorstellen. Ebenfalls auf dem Niedersachsenstand (B22, Halle 9) präsentieren die Harzer Informatiker ein zweites Projekt, eine globale Plattform für Produktentwicklungen.

Die bestmögliche Hilfe im Katastrophenfall steht im Mittelpunkt des ersten Projektes, das Clausthaler Forscher auf der CeBIT präsentieren. Kommt es beispielsweise bei einem Terroranschlag, Zugunglück oder Chemieunfall zu vielen Verletzten, ist es schwierig, die Rettungskräfte zu koordinieren. (...)

Autor:
TU Clausthal
Pressesprecher
Christian Ernst
Telefon: 05323 – 72 3904
christian.ernst@tu-clausthal.de


DDP-Meldung auf www.netdoktor.de

Quelle: http://www.netdoktor.de/News/Flugzeugabstuerze-Computers-1130233.html
Datum: 27.02.09

Flugzeugabstürze: Computersystem soll Leben retten

Clausthal-Zellerfeld (ddp). Mit Hilfe eines Computersystems sollen Rettungskräfte bei großen Unfällen wie Flugzeugabstürzen künftig besser koordiniert werden. Informatiker haben jetzt ein «Rettungsassistenzsystem» entwickelt, mit dem Helfer per Sensor Patientendaten wie Pulsfrequenz, Blutdruck oder Schwere der Verletzung erfassen können, wie die TU Clausthal-Zellerfeld mitteilt. Die Informationen würden danach elektronisch an die Einsatzleitung übermittelt. Diese könne anhand der Daten den Einsatz von Notärzten, Sanitätern oder Feuerwehrleuten besser planen.

Das neu entwickelte System ermöglicht nach Angaben seiner Entwickler einen präziseren Informationsfluss und ergänze die Kommunikation per Funk. Partner des Forschungsprojekts sei unter anderem das Deutsche Rote Kreuz (DRK). Das System soll auf der Computermesse CeBIT präsentiert werden, die vom 3. bis 8. März 2009 in Hannover stattfindet.



Zuletzt geändert 03.04.2009, 13:10


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